Tango Primo

Konzert: Tango Primo begeistern in Moll

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Tango Primo

Dass der Tango einer der erfolgreichsten Exportschlager Finnlands ist, bestätigte sich einmal mehr bei der jüngsten DFG-Veranstaltung. Das vielgefeierte Trio Tango Primo war am 21. März 2015 der Einladung der DFG-Köln und der DFG e.V. nach Köln gefolgt. Im Saal des Internationalen Caritas-Zentrums an der Kirche St. Borromäus in Sülz zeigte Tango Primo, wie facettenreich die Spielarten des finnischen Tangos sind – mal herzergreifend-melancholisch, mal kraftvoll-energetisch.

 

Im Vergleich zum argentinischen Tango gilt die finnische Variante oftmals als melancholischer, aber nicht weniger dynamisch und als Ausdruck tiefster Gefühle. Häufig wird in Moll mit absteigenden Melodien komponiert. Diesen Grundbaustein interpretieren die Sängerin Johanna Debreczeni, der Gitarrist Jouni Keronen (auch Gesang) und der Akkordeon-Spieler Samuli Jokinen als Tango Primo auf ihre eigene Weise. Johanna und Jouni konnten bereits auf dem weltbekannten Tangofestival in Seinäjoki Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auf dem dortigen Gesangswettbewerb, dem Höhepunkt des Festivals, hatte Johanna im Jahr 2004 als Siegerin überzeugen können. Jouni wurde dort 1998 zum Gewinner gekürt – beide gelten damit als Tango-Könige.

Tango mit sehnsuchtsvoller Note

Mit diesem Renommee und der Leidenschaft für den finnischen Tango im Gepäck haben sie die Gruppe Tango Primo gegründet. Samuli hat sein Können als Akkordeonist und Keyboarder bereits in verschiedenen Bands, etwa von Mikko Mäkeläinen und Jenni Vartiainen unter Beweis stellen können. Mit seinen Akkordeon-Klängen verleiht er dem Tango Primo die sehnsuchtsvolle Note. Insgesamt verbindet das Trio Songs aus verschiedenen Genres, eigenen Kompositionen und natürlich traditionelle finnische und argentinische Tangos zu einer eigenen Tango-Fusion. Dazu erklingt Johannas ausdrucksstarke Stimme und Jounis versiertes Gitarrenspiel.

 

Auf diese Konstellation war auch das Publikum in Köln gespannt. Rund 130 Besucher durfte die DFG-Köln begrüßen. Die aufgestellten Stuhlreihen wurden spontan um die nötigen Plätze erweitert, sodass alle Zuhörer die Tango-Rhythmen live miterleben konnten. Die Setlist des Abends reichte von Erottamattomat (Die Unzertrennlichen) von Unto Mononen, einem Klassiker des Tango Booms in den 1960er Jahren, über Täysikuu (Vollmond) von Toivo Kärki und Reino Helismaa, einem Stück, das dem einsamen Mond gewidmet ist, bis hin zu Sinä lähdit pois (Du gingst fort) von der finnischen Pop-Band Ultra Bra.

Auch Satumaa wurde gespielt

Gekonnt verstand es die Band in kurzen, finnischen Ansagen zwischen den Liedern das Publikum einzubinden. Die sichtliche Spielfreude und die ehrliche Passion für das leidenschaftliche Genre, dem Tango, war bei der Gruppe deutlich zu sehen und zu spüren. So endete das abwechslungsreiche Akustik-Programm mit großem Applaus und der Aufforderung zur Zugabe. Den Wunsch erfüllte das Trio gern und brachte mit Satumaa (Märchenland) das bekannteste aller finnischen Tango-Lieder. Ohne große Anstrengungen animierte Tango Primo den Saal zum Mitsingen. Und so sehnten sich mit die Konzertbesucher zusammen mit Tango Primo stimmkräftig nach dem Traumland, das in sehnsuchtsvollem Moll besungen wird.
(Text: Jenny Lepies)